Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Expertin für Mobility und Körperwahrnehmung

25. Mai 2022  -  Persönliches

“Was möchtest du werden?”, hiess es im Freunde-Buch. Wie so oft schrieb ich: Polizistin. Im Nachhinein weiss ich gar nicht mehr, was mich an diesem Beruf so faszinierte oder wie ich überhaupt darauf gekommen war. Dieser Wunsch war nämlich ab der 5. Klasse wie weggeblasen und ich konnte mich auf keinen Beruf festlegen. Ich konnte vieles gut, aber nichts so herausragend, um das später offensichtlich als Beruf ausüben und damit Geld verdienen zu können. Wie es für mich weiter ging, findest du in den folgenden Absätzen heraus.

  • 1992 | Ich wusste, ich gewinne! Als Kind nahm ich jährlich am regionalen Sprint-Wettkampf “Schnellscht Tüüfner” teil. Mit der Zeit wussten meine Gegnerinnen, wenn ich auf den Platz trat, hatten sie keine Chance! Ich machte nichts anderes, als so schnell wie möglich meine 50m, später 60m oder 80m, zu rennen wie ich konnte.
  • 1996 | Leichtathletik – mein neues Hobby. Angestachelt von meinen oben genannten Erlebnissen, startete ich ca. in der 5. Klasse mit der Leichtathletik. Ich trainierte 3x die Woche und an den Wochenenden startete ich oft an Wettkämpfen. In der Wachstumsphase wurde ich automatisch jedes Jahr um einiges besser und konnte schnell mit Jahrgängen mithalten, die 2-4 Jahre älter waren als ich, was mich zusätzlich motivierte.
Siegerehrung der Mädchen, jede hält ein Zertifikat in der Hand
Ich auf dem obersten Treppchen, was ich des Öfteren besteigen durfte
  • 1996 – 2001 | Sport war mein Lieblingsfach. Während meiner ganzen Schulzeit war Sport mein Lieblingsfach. Egal welche Sportart wir machten, ich konnte meist mit den Jungs mithalten. Auch erhielt ich im Fach Sport jedes Semester Bestnoten.
  • 2000 | Soll ich Sportlehrerin werden? Sportlehrerin war so naheliegend. Ich hatte mich in der Berufswahl aber bewusst dagegen entschieden. Ich wollte selbst trainieren und weiterkommen und wollte nicht die anderen anleiten. Auch war ich nie Trainerin in unserem Verein.
  • 2001 | Ich suche eine Ausbildung, wo ich genügend Freizeit habe. Während der Berufswahl ging ich extra zur Berufsberatung. Ich wollte die kaufmännische Ausbildung machen, suchte aber einen “einfachen” Weg. Die Berufsberaterin riet mir zur Handelsmittelschule (HMS), die ich dann auch mit BMS absolvierte und meine Trainings 3x die Woche beibehalten konnte.
Siegerehrung der Frauen, jede hat eine Medaille um
No comment needed… 🙂
  • 2003 | Soll ich mich fürs Militär stellen? Frauen können sich bis 23 fürs Schweizer Militär anmelden. Eigentlich reizte mich nur der sportliche Vergleich mit den Jungs bei der Rekrutierung. Als ich aber erfuhr, dass ich gehen MUSS, wenn ich bei der Rekrutierung dabei bin, hatte ich dankend abgelehnt. Ich wollte doch nicht solche Rucksäcke schleppen… 😉
  • 2005 | Zu viele Interessen und keine konkrete Vorstellung über meine Zukunft. Nach der HMS startete ich direkt mit meinem BWL-Studium an der Fachhochschule. Ich erhoffte mir, eine Auswahl an vielen unterschiedlichen und interessanten Jobs. Irgendwie konnte ich mich nur schweren Herzens zwischen Marketing und Controlling entscheiden. Weil es einfacher war einen Job im Controlling zu ergattern, hatte ich mich dafür entschieden.
  • 2011 | Sportliche Herausforderung angenommen! Sechs Jahre war ich bereits Teilnehmerin im Fitness-Kurs Tae Bo. Es forderte mich und war eine super Ersatz zur Leichtathletik, die ich nach dem Studium aufgegeben hatte. Mein Trainer bot neu Instructor-Ausbildungen in der Schweiz an. Im zweiten Jahrgang war ich dabei – ich wollte diese Herausforderung annehmen, denn ich hörte, es wird hart und schweisstreibend (hast du etwas anderes erwartet?).
Tae Bo Instruktor im Einsatz, Hook, blaue Bandagen
Als Tae Bo Instruktorin im Einsatz
  • 2017 | Mal was ganz anderes! Nach sechs Jahren Tae Bo Unterricht und anhaltenden Nackenverspannungen aufgrund einer Turnverletzung aus anno dazumal, hatte es mich zum Yoga verschlagen. Nach einem halben Jahr als Teilnehmerin, hatte es mich gepackt und ich begann die Yogalehrer-Ausbildung. Darauf hin startete ich mit meinem eigenen Yoga-Studio, was ich wegen Corona im 2020 aber wieder schliessen musste.
Herabschauender Hund mit gebeugten Knien
Fotoshooting für mein Yoga-Angebot – Foto von Tanja Schneider
  • 2018 | Mir fehlte die sportliche Herausforderung beim Yoga. Ich hatte einige Freunde, die mir von Crossfit vorschwärmten und ich wusste aus ihren Erzählungen, dass ich es super finden würde. Darum startete ich noch während der Yogalehrer-Ausbildung mit dieser neuartigen Sportart.
  • 2021 | Einzelne Puzzleteile fügen sich zu einem Ganzen. In diesem Jahr machte ich gleich zwei Ausbildungen online (Corona sei dank): bereits während der Yogalehrer-Ausbildung kam ich mit der Spiraldynamik® in Berührung. Eine kurze Zeit später bin ich auf Instagram über das Functional Range Conditioning® gestolpert, ein System zur Bewegungsverbesserung. Diese beiden Prinzipien bringen Bewegung auf ein ganz neues Level!
Beinspirale mit Teraband um das Bein gewickelt
Während der Spiraldynamik Ausbildung Basic
  • 2022 | Heute baue ich mein Onlinebusiness auf und vereine all meine Erfahrungen in meinen Angeboten. Als Expertin für Mobility und Körperwahrnehmung unterstütze ich ambitionierte Hobbysportler, damit sie bis ins hohe Alter frei von Schmerzen und Verletzungen trainieren können. Aktuell ist es neben dem Mama-Sein und meiner 40%-Anstellung ein Nebenjob, den ich aber sehr gerne ausbauen möchte.

Was hatte ich in der Einleitung geschrieben? “… aber nichts so herausragend, um das später offensichtlich als Beruf ausüben und damit Geld verdienen zu können.” Wie schön, dass man während des Bloggens auch negative Glaubenssätze ausfindig machen kann… 😉 Obwohl ich es im Nachhinein anders machen würde, bin ich trotzdem stolz über diesen Werdegang und meine gemachten Erfahrungen. Denn ohne diese wäre ich heute nicht hier, wo ich jetzt stehe und auf dem besten Weg meinen Traum zu verwirklichen.

  • Hallo Seraina,
    dein Thema ist sehr interessant. Ich selbst habe mit Sport nicht so viel am Hut, interessiere mich aber für “Beweglichkeit”. (Forschung von Dr. Emmi Pikler / Moshe Feldenkrais…)
    Aus meiner päd. Erfahrung heraus, habe ich mir zu dem Thema auch schon Gedanken gemacht.
    Bietest du deine Kurse präventiv für Jüngere an oder auch für Ältere, die vielleicht schon Probleme haben?
    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Liebe Ulrike, danke für deinen Kommentar!
      Ich fokussiere mich aktuell auf ambitionierte Hobbysportler, schätzungsweise zwischen 25-50, mit oder ohne Probleme. 🙂 Wobei ich Probleme noch eingrenzen möchte: sind die Schmerzen so gross, dass man in ärztliche Behandlung gehört, lasse ich die Finger davon!
      In wie fern meinst du in Verbindung mit deiner päd. Erfahrung? Zum Thema Bewegung/Beweglichkeit? Oder Berufswahl? 🙂
      Liebe Grüsse, Seraina

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